Budapest, 3. Oktober 2014: "Die Zukunft Europas"

Budapest, 3. Oktober 2014: Der neurechte Arktos-Verlag aus Großbritannien und das rassistische National Policy Institute aus den USA haben zu einer zweitägigen Konferenz unter dem Titel "Die Zukunft Europas" in die ungarische Hauptstadt geladen. Arktos-Chef John Morgan ist vor nicht allzulanger Zeit nach Budapest gezogen; er stammt ursprünglich aus den USA, unterhält weiterhin gute Kontakte in die dortige Rechte und will einige ihrer Vertreter mit führenden Köpfen der europäischen Szene in Kontakt bringen. Aus den Vereinigten Staaten reisen unter anderem der Leiter des National Policy Institute, Konferenz-Mitorganisator Richard Spencer, und der Rassist Jared Taylor an. Referieren sollen unter anderem der Österreicher Markus Willinger, der bei Arktos das ultrarechte Mode-Bändchen "Die identitäre Generation" veröffentlicht hat, der recht umtriebige Deutsche Manuel Ochsenreiter, Chefredakteur der extrem rechten Monatszeitschrift "Zuerst!", und Alexander Dugin, ein russischer Neofaschist, der in der äußersten Rechten international mit seinem antiwestlichen "Eurasien"-Konzept Aufmerksamkeit erhält. Da die Konferenz in Ungarn stattfindet, haben die Veranstalter außerdem einen Vertreter der neofaschistischen Partei Jobbik eingeladen, die mit ihren Wahlerfolgen auch in der US-Rechten Interesse weckt.
Überraschenderweise lässt der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, der nun wirklich nicht als Antifaschist bekannt ist, die Konferenz verbieten - er will wohl unangenehme Schlagzeilen in den internationalen Medien vermeiden. Richard Spencer wird festgenommen und abgeschoben, andere Referenten reisen gar nicht erst an. Rund 70 Teilnehmern gelingt es, in einem Budapester Lokal eine Art Rumpfkonferenz mit zwei Vorträgen durchzuführen. Erfolge sehen anders aus.