Nanterre/Paris, 22. November 2014: "Congrès européen - Le réveil des nations"

Nanterre/Paris, 22. November 2014: Rund 300 Personen sind zu der Saalveranstaltung gekommen, zu der die extrem rechte Studierendenorganisation Groupe union défense (GUD) in die Hauptstadt Frankreichs eingeladen hat. "Congrès européen - Le réveil des nations", "Europäischer Kongress - Das Erwachen der Nationen" lautet das Motto, das den zugrunde liegenden nationalrevolutionären Gedanken verrät: Die Nationen Europas müssen gegen die transnationalen Strukturen der EU wie auch gegen die Einwanderung von außerhalb des Kontinents revoltieren; dabei streben sie nach einem Europa, in dem ethnisch homogene Staaten, zu einem losen Bund zusammengeschlossen, alles vermeintlich Fremde abwehren. Es wäre ein Europa der Nationalisten.
Wer in einem solchen Europa Platz hätte, das lässt sich der Liste der teilnehmenden Organisationen entnehmen. Vor allem die Anwesenheit von Vertretern der faschistischen Goldenen Morgenröte aus Griechenland hat schon vor Beginn der Tagung für eine gewisse Aufregung gesorgt. Auch die CasaPound, die in Italien mit faschistisch inspirierter Subkultur punktet, ist zugegen. Präsent sind außerdem die ultrarechte italienische Associazione Culturale Zenit und die nationalrevolutionären Zusammenschlüsse Mouvement d'Action Sociale (MAS) aus Frankreich, Movimiento Social Republicano (MSR) aus Spanien und Nation aus Belgien. Über das Ziel der Veranstaltung äußert GUD-Chef Logan Djian gegenüber der Tageszeitung "Le Figaro": "Das Bestreben des Kongresses ist es, Bande zwischen europäischen Patrioten und Nationalisten zu knüpfen."
Das scheint durchaus gelungen zu sein: Für den 14. November 2015 wird ein Folgekongress unter dem nationalrevolutionären Motto "Europa, die Sache der Völker" angekündigt.