Wien, 31. Mai 2014: "Wiener Kongress"

Im noblen Stadtpalais Liechtenstein trifft sich unter strikter Geheimhaltung ein illustrer Kreis rechter PolitikerInnen und schwerreicher Finanziers. Die Zusammenkunft erinnert an den Wiener Kongress, der vor 200 Jahren zusammenkam und 1815 schließlich in die Gründung der Heiligen Allianz durch Russland, Österreich und Preußen mündete; die Heilige Allianz sollte dem Kontinent eine reaktionäre Prägung geben. Zu dem Treffen eingeladen hat der russische Oligarch Konstantin Malofejew mit seiner Stiftung Sankt Basilius der Große, der Sympathien für ein reaktionäres Europa frei von westlich-liberalen Einflüssen hegt. Gekommen sind Personen, die diese Sympathien teilen: aus Österreich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und zwei weitere FPÖ-Funktionäre, aus Frankreich Marion Maréchal-Le Pen vom Front National (FN) und der FN-Europaabgeordnete Aymeric Chauprade, aus Bulgarien der Vorsitzende der extrem rechten Partei Ataka, Wolen Siderow, aus Spanien der Anführer der monarchistischen Carlisten, Sixtus Henri de Bourbon-Parma, außerdem laut einem Bericht des Schweizer "Tagesanzeiger" Serge de Pahlen, Leiter eines Finanzunternehmens aus Genf, Vertreter der extremen Rechten aus Kroatien sowie Adlige aus Georgien und Russland.

Stargast des Treffens ist der russische Neofaschist Alexander Dugin, der sich Hoffnungen macht, mit seinem "Eurasien"-Konzept endlich vorwärts zu kommen. Russland wird vom Westen im Ukraine-Konflikt und im heraufziehenden neuen Kalten Krieg hart bedrängt; Dugin schickt sich an, Unterstützung zu mobilisieren, und greift dazu auf seine Rechtsaußen-Kontakte in Westeuropa zurück. Der Milliardär Malofejew, der ansonsten reaktionäre Milieus der Russisch-Orthodoxen Kirche bedient, hilft ihm dabei.