Stockholm, 23./24. März 2013: "Vision Europa"

Stockholm, 23./24. März 2013: Die neonazistische Svenskarnas Parti (Partei der Schweden) hält eine internationale Konferenz mit dem Titel "Vision Europa" ab. Ziel ist es, von Skandinavien aus Kontakte in andere Staaten Europas aufzubauen und zu konsolidieren. Beteiligt sind neben der Danskernes Parti (Partei der Dänen) unter anderem die deutsche NPD sowie die italienische Forza Nuova des bekannten Neofaschisten Roberto Fiore. Auch die ukrainische Partei Swoboda ist vertreten. Sie hat kurz zuvor ihren Beobachterstatus in dem Parteienbündnis Alliance of European National Movements (AENM, Allianz der Europäischen Nationalen Bewegungen) verloren, weil ein AENM-Mitglied, die ungarische Partei Jobbik, ihr vorgeworfen hat, gegen die ungarischsprachige Minderheit in der Ukraine vorgegangen zu sein. Swoboda, erst kurz zuvor, am 28. Oktober 2012, mit 10,44 Prozent in das ukrainische Parlament eingezogen, ist daher auf der Suche nach neuen Bündnisoptionen.
Für Swoboda ist "Vision Europa" durchaus ein Erfolg. Zwei Monate nach der Konferenz reist eine Parteidelegation nach Dresden und besucht dort die sächsische NPD-Landtagsfraktion. Mitte September ist Swoboda beim "Festival Boreal" der Forza Nuova in Cantù (Norditalien) vertreten, auf dem sich auch Mitglieder der Svenskarnas Parti tummeln. Im November beginnen die Maidan-Proteste in Kiew, an denen sich an der Seite von Swoboda-Anhängern Aktivisten der Svenskarnas Parti beteiligen. Im März 2014 werden drei Swoboda-Politiker zu Ministern der neuen Regierung der Ukraine ernannt; von nun an muss die Partei mit offenen Kontakten in die extreme Rechte vorsichtig sein.
Die Svenskarnas Parti löst sich im Frühjahr 2015 wegen ihrer Erfolglosigkeit bei Wahlen auf.