Identitäre Bewegung

Mit einer „Kriegserklärung“ gegen „die 68er“ und die „multikulturelle Gesellschaft“ in Form eines Videos ging die französische Génération Identitaire (GI) im Oktober 2012 in die Öffentlichkeit. Kurze Zeit später kam es zu einer medienwirksamen Besetzung eines Moscheedachs in Poitiers durch die GI. Die GI ist die Jugendorganisation des Bloc identitaire, einer außerparlamentarischen Organisation in Frankreich, die der Neuen Rechten zugerechnet wird. Inspiriert durch das französische Vorbild entstanden recht schnell auch in Deutschland Gruppen unter dem Namen Identitäre Bewegung (IB). Diese treten hauptsächlich im Internet in Erscheinung und nutzen insbesondere soziale Netzwerke wie Facebook für ihre moderne Außendarstellung. Nach eigenen Angaben existieren über 50 Ortsgruppen in Deutschland. Die IB versteht sich als „indigene Jugend Europas“, die ein vermeintliches gemeinsames europäisches Erbe verteidigen muss. Inhaltlich werden Positionen der Neuen Rechten wie der Ethnopluralismus vertreten. In diversen europäischen Ländern bestehen „Identitäre“ Gruppen, die in ihrer Außendarstellung die gleichen Farben (schwarz/gelb) und Symboliken (bspw. das Lambda Zeichen) verwenden. Mit den Demonstrationen in Wien der IB Österreich oder den "Sommerakademien" der GI in Frankreich existieren auch "identitäre" Veranstaltungen, bei denen grenzüberschreitend Teilnehmende zusammenkommen.

Weitere Informationen:

Antifaschistisches Infobüro Rhein-Main (2012): Identitäre Bewegung erklärt den Krieg. In: monitor, Rundbrief des apabiz e.V., Nr. 57, S. 5 – 6

http://www.der-rechte-rand.de/wp-content/uploads/drr_143.pdf

https://www.demokratie-leben.de/wissen/glossar/glossary-detail/identitae...

Bruns, Julian / Glösel, Kathrin / Strobl, Natascha (2014): Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa. Münster: Unrast Verlag