Fußball und die extreme Rechte

Fußball spielt in fast allen europäischen Ländern eine wichtige Rolle für die extreme Rechte. Die Stadien bieten ein Rekrutierungsfeld im vorpolitischen und jugendkulturellen Raum sowie die Möglichkeit der medienwirksamen Inszenierung extrem rechter Inhalte. In ganz Europa lassen sich rechte bis neonazistische Ultragruppen, Hooligans oder Fangruppen finden, die in den Stadien präsent sind und durch rassistische Schmähgesänge, Transparente oder Gewalttaten auffallen. Neben den traditionell rechten Ultragruppen großer Vereine wie Lazio Rom oder Real Madrid geraten international auch immer wieder rechte Fangruppen osteuropäischer Vereine in die Schlagzeilen. Ein Bestandteil der Fußballfankultur ist, dass Fangruppen und -szenen eines Vereins ausgewählte freundschaftliche Kontakte zu Gruppen anderer Vereine pflegen. Diese Fanfreundschaften bestehen im nationalen aber auch internationalen Rahmen und verlaufen auch anhand der politischen Ausrichtung der jeweiligen Gruppen. So pflegen bspw. rechte Hooligan-Gruppen aus Kaiserslautern und Verona bzw. Aachen und Kerkrade grenzüberschreitende Freundschaften, die mit gegenseitigen Besuchen von Spielen, Feiern oder Fanturnieren verbunden sind. Auch existieren Internetseiten wie "Ultras not red", die europaweit Aktionen von rassistischen und extrem rechten Fangruppen dokumentieren.

Weitere Informationen:

http://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/41778/fussball-u...

Hoekman, Gerrit (2013): Die braune Wand. Rechtsradikale Fußballfans in Europa. Münster