Madrid, 22. November 2014: Konferenz "Europa: einig, groß, frei"

Madrid, 22. November 2014: In der spanischen Hauptstadt führt die Partei Democracia Nacional eine Konferenz unter dem Motto "Europa: einig, groß, frei" durch. Die Organisation ist 1995 aus dem traditionsreichen Círculo Español de Amigos de Europa (CEDADE) hervorgegangen, einem Zusammenschluss, der beste Kontakte zu Faschisten in ganz Europa hatte, darunter nicht zuletzt deutsche Altnazis. Ursprünglich nach dem Modell des französischen Front National konstruiert und von dessen damaligem Chef Jean-Marie Le Pen eine Zeitlang durchaus mit Sympathie begleitet, ist die Democracia Nacional - im Unterschied zu ihrem Vorbild - eine unbedeutende Splitterpartei geblieben. Internationale Ambitionen hat sie dennoch, wie ihre Madrider Tagung zeigt.
Inhaltlich ist die Konferenz nicht wirklich von Belang. Man wolle "die Unterwürfigkeit unserer europäischen Politik gegenüber nordamerikanischen Interessen anprangern", heißt es neben allerlei weiteren Gemeinplätzen der extremen Rechten. Doch werden sich die wichtigsten unter den Organisationen, die auf der Tagung vertreten sind, einen Monat später erneut treffen, diesmal dann in Mailand; sie sind dabei, ein neues europaweites Parteienbündnis zu gründen, und sie bereiten es mit einer Serie internationaler Veranstaltungen vor.
Bei den Parteien, die die Democracia Nacional eingeladen hat, handelt es sich um die deutsche NPD, die Jens Pühse nach Madrid geschickt hat, daneben die italienische Forza Nuova von Roberto Fiore und die griechische Goldene Morgenröte, für die Irene Dimopoulou-Pappa, die Chefredakteurin der Zeitschrift Embros ("Vorwärts"), gekommen ist. Auch der Brite Nick Griffin hat sich eingefunden. Griffin tritt, nachdem die British National Party (BNP), die er lange führte, ihn vor kurzem vor die Tür gesetzt hat, im Namen eines dubiosen Projekts namens British Unity auf.